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    Nine for 2026: Teil 1

    Januar 2026
    Bernhard Hattinger

    Neun Themen, die 2026 neu sind oder Trends im globalen Life-Sciences- und Gesundheitssektor brechen werden

    Seit nunmehr 7 Jahren erarbeitet das Thought Leadership Team von IQVIA jährlich einen fundierten, breit und global angelegten Ausblick auf die Entwicklung der Pharmaindustrie und auf die breiteren Trends, die die Gesundheitsversorgungssysteme beeinflussen werden. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle spannende Einblicke daraus zusammenfassen und in den kommenden Artikeln dieser Reihe die 9 Themenfelder beleuchten, die 2026 und darüber hinaus Ihre Wirkung entfalten werden.

    Auch 2026 stehen die Gesundheits- und Life-Sciences-Sektoren vor einem Jahr des Wandels. Globale politische Veränderungen und wissenschaftliche Innovationen gestalten vertrautes Terrain neu, stellen etablierte Normen infrage und eröffnen neue Möglichkeiten. IQVIAs ‚Nine for 2026‘ rückt die Perspektiven des EMEA Thought Leadership Teams zu einigen der bedeutendsten neuen und trendbrechenden Themen in den Fokus, die die Märkte für verschreibungspflichtige Arzneimittel und das globale Gesundheitswesen im Jahr 2026 und darüber hinaus beeinflussen werden.

    Ein Blick ins vergangene Jahr zur Orientierung

    2025 war ein Jahr für das globale Gesundheitswesen und die Pharmaindustrie, das auch durch Transformation geprägt war:

    • Politische Turbulenzen haben 2025 mitgeprägt. Dramatische politische Entscheidungen in den USA haben die Wettbewerbslandschaft neu gezeichnet und Auswirkungen weit über die USA hinaus entfaltet. Sie lösten Reaktionen von Unternehmen und Regierungen weltweit aus. Wo früher Multilateralismus dominierte, wurden bilaterale Abkommen gestärkt, die an Handel und Sicherheit gekoppelt sind – ein Signal für eine neue Ära der Governance.
    • Innovation florierte trotz politischer Umbrüche. Die kardio-metabolische Innovation stand im Rampenlicht, und die Adipositas-Landschaft entwickelte sich weiterhin dynamisch. Trotz fehlender neuer Adipositas-Markteinführungen – mit Ausnahme von China – wurden starke klinische Ergebnisse und eine drastisch steigende Patientennachfrage verzeichnet.
    • Auch die geschäftliche Entwicklung war bemerkenswert. Im Verlauf des Jahres 2025 kündigten Pharmariesen Investitionszusagen von über 500 Milliarden US-Dollar in den USA an – sowohl durch Deals als auch als Reaktion auf von der US-Regierung angedrohte Zölle. Dies deutet auf einen längerfristigen Trend hin, der Lokalisierung als zentrale Strategie verankert und das globale Produktions- und Liefermodell in regionale Blöcke aufsplitten könnte.

    Für 2026 leiten sich daraus neun besonders relevante Themen ab. In diesem Beitrag werden wir einige Einblicke in den Bereich Macro/Policy issues geben, welch die Entwicklung global für die kommenden Jahre formen werden:

    “US policy has potential to disrupt global pricing equilibrium”

    Eine der bedeutendsten politischen Herausforderungen, mit denen die Branche im Jahr 2026 konfrontiert sein wird, ist die Störung der globalen Preisgestaltung und der Ausgabenstrukturen. Sie wird durch die Bemühungen der Vereinigten Staaten vorangetrieben, ein Bündel von Maßnahmen zu testen, das darauf abzielt, die Preise für innovative Arzneimittel für US Patienten zu senken – und dies auszugleichen, indem für ausgewählte Zielländer weltweit höhere Preise und höhere Arzneimittelausgaben angestrebt werden.

    Das britisch-amerikanische Handelsabkommen liefert das erste bedeutende Beispiel dafür, wie betroffene Staaten sich an diese neue Realität anpassen könnten. Im Rahmen des Abkommens werden britische Pharmaexporte in die USA für drei Jahre von Zöllen befreit – im Gegenzug für bemerkenswerte politische Anpassungen: höhere NICE-Schwellenwerte für die Kosten Effektivität sowie eine Deckelung der Rabattsätze innerhalb des VPAG (Voluntary Scheme for Branded Medicines Pricing, Access, and Growth) auf 15 % (statt zuvor 23 %). Diese Änderungen könnten es dem NHS ermöglichen, jährlich drei bis fünf zusätzliche Arzneimittel zu finanzieren, während ein Zehn-Jahres-Fahrplan darauf abzielt, den Zugang zu innovativen Therapien weiter auszubauen und die britischen Arzneimittelausgaben von 0,2 % auf 0,6 % des BIP zu verdreifachen. Die entscheidende Frage wird 2026 lauten: In welchem Ausmaß werden andere Länder diesem Beispiel folgen?

    Pharmaunternehmen haben bereits begonnen, Maßnahmen zu ergreifen, um sich an dieses sich wandelnde globale Rahmenwerk anzupassen. Stand Anfang Dezember haben fünf Unternehmen Vereinbarungen mit der US-Regierung unterzeichnet – einschließlich Zusagen zu Most-Favoured-Nation (MFN)-Preisen sowohl für bestehende Produkte (über Medicaid und Direct-to-Consumer Verkaufsportale) als auch für neue Produkteinführungen. Es bestehen jedoch erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der praktischen Umsetzung der MFN-Preisgestaltung. Die folgende Grafik enthält mehrere Faktoren auf, die entscheidend sein werden, um ihre tatsächliche Wirkung zu verstehen.

    “Intergovernmental competition ramps up”

    Globale Zusammenarbeit weicht zunehmend konkurrierenden Blöcken, da Regierungen ihre Strategien neu ausrichten, um eine Führungsrolle in den Life Sciences zu sichern. Dieser Wandel definiert Anreize neu, beschleunigt regulatorische Reformen und gestaltet weltweit Investitionsprioritäten um.
    Die EU konzentriert sich darauf, ihre führende Position in den Grundlagenwissenschaften in kommerzielle F&E umzusetzen. Milliarden an neuen Fördermitteln für biotechnologische Forschung und Translation stehen bereit. Darüber hinaus versprechen der Biotech Act und das Pharma-Paket einfachere klinische Prüfverfahren und eine Verkürzung der Zugangszeiten um mehrere Monate. Zusammen sollen diese Maßnahmen Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Fragmentierung verringern.

    Fazit

    Diese makroökonomischen und politischen Veränderungen sind nicht nur Hintergrundrauschen – sie stellen strukturelle Umbrüche dar, die neu definieren werden, wie Pharma‑ und Life‑Science‑Unternehmen 2026 und darüber hinaus agieren. Von der Störung des globalen Preisgleichgewichts bis hin zum Aufstieg konkurrierender geopolitischer Blöcke wirken diese Kräfte direkt auf Marktzugang, Preisstrategien, F&E‑Investitionen und die Resilienz von Lieferketten. Unternehmen, die diese Entwicklungen nicht antizipieren und sich nicht anpassen, riskieren, in einem zunehmend fragmentierten und risikoreichen Umfeld an Relevanz zu verlieren.

    Teil 2 dieser Reihe wird im kommenden Newsletter erscheinen.

    Für Fragen wenden Sie sich an:
    Bernhard Hattinger
    IQVIA Information Solutions GmbH
    Stella-Klein-Löw-Weg 15, 1020 Wien
    M: +43 (0) 664 8000 2336
    E-Mail: bernhard.hattinger@iqvia.com
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