Über den rasanten Fortschritt bei den neuen Behandlungsmöglichkeiten gegen Adipositas, bei denen GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid, Liraglutid und Tirzepatid eine wichtige Rolle spielen, hat IQVIA bereits an dieser Stelle berichtet. Diese Medikamente unterdrücken den Appetit und verlangsamen die Verdauung, was bei vielen Anwendern zu einer erheblichen Gewichtsabnahme führt. Da die Patienten jedoch weniger essen, entsteht eine neue Herausforderung: Es muss sichergestellt werden, dass sie die für ihre langfristige Gesundheit wichtigen Nährstoffe weiterhin in ausreichender Menge aufnehmen. Nebenwirkungen der neuen Therapien, zu denen Übelkeit und Durchfall zählen können, verstärken diese Notwendigkeit. Zu diesem spannenden Bereich hat das IQVIA Consumer Health Team nun ein eigenes White Paper veröffentlicht:
Weit verbreitete Nährstoffmängel
GLP-1-Rezeptoragonisten helfen Patienten, weniger Kalorien zu sich zu nehmen – bisweilen über 1.200 weniger pro Tag. Dies führt zwar zu einer Gewichtsabnahme, bedeutet aber auch, dass weniger Nährstoffe aufgenommen werden. Häufige Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können die Nährstoffaufnahme zusätzlich beeinträchtigen. Ohne eine sorgfältige Ernährungsplanung riskieren Patienten, einen Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu entwickeln.
Aktuelle Studien zeigen, dass Anwender von GLP-1-RA häufig die empfohlenen Zufuhrmengen für Ballaststoffe, Kalzium, Eisen, Magnesium, Kalium, sowie die Vitamine A, C, D, E und K nicht erreichen. Die Proteinzufuhr liegt zudem häufig unter dem für Personen, die aktiv Gewicht verlieren, optimalen Niveau.
Diese Defizite sind in erster Linie auf eine reduzierte Nahrungsaufnahme zurückzuführen und nicht auf die Medikamente selbst. Diese Erkenntnis unterstreicht, dass Patienten ohne ernährungsbezogene Beratung dazu tendieren, einfach weniger von derselben unausgewogenen Ernährung zu sich nehmen und dadurch Mikronährstoffmängel in ähnlichem Ausmaß wie bei allgemeiner Kalorienrestriktion fortbestehen können.
Klinische Studien zeigen zudem einen messbaren Rückgang der Werte für Vitamin B12 und Eisen bei einigen Anwendern von GLP-1-RA, insbesondere bei solchen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie bariatrischen Operationen oder der gleichzeitigen Einnahme von Metformin.
Klinische Folgen
Ein Nährstoffmangel kann weitreichende Auswirkungen haben. Hierzu können Muskelverlust, Anämie und Müdigkeit, Auswirkungen auf die Knochengesundheit, auf die Immunabwehr und allgemeine Lebensqualität zählen:
–

–
Strategien für gesunde Ernährung & Lebenswandel
Um diese Risiken zu mindern, ist ein proaktiver Ansatz angeraten: Von einer Ernährungsbewertung beginnend, die vor Therapiebeginn bestehende Mangelerscheinungen feststellt, über eine Ernährungsberatung, welche nährstoffreiche Lebensmittel und ausreichend Protein priorisiert, hin zu Nahrungsergänzung, welche insbesondere Vitamin B12, Eisen, Vitamin D und Kalzium im Fokus hat. Des weiteren ist eine ausreichende Proteinzufuhr bezogen auf das Körpergewicht kombiniert mit körperlicher Aktivität zum Erhalt der Muskelmasse ein wichtiger ergänzender Faktor. Regelmäßige Kontrollen helfen, etwaige Fehlentwicklungen zu erkennen und zu korrigieren.
Innovation für die PatientInnen
Angesichts dieser Herausforderungen entwickeln Unternehmen Produkte, die speziell auf GLP-1- AnwenderInnen zugeschnitten sind: proteinreiche und nährstoffreiche Mahlzeiten und Shakes, die für kleine Portionen und zur Vorbeugung spezifischer Mangelerscheinungen konzipiert sind. Es entstehen digitale Tools, Ärztefortbildungen und Patienten-Support-Plattformen, um Patienten dabei zu helfen, während der Gewichtsabnahme ihre Ernährungsgesundheit aufrechtzuerhalten.
GLP-1-Rezeptorenagonisten verändern die Behandlung von Adipositas, doch ihr Erfolg hängt von der Umsetzung von Strategien ab, die einen Schwerpunkt auf die Ernährung legen. Eine proaktive Ernährungsunterstützung, Überwachung sowie unterstützende Innovationen in der Industrie sind unerlässlich, um eine sichere und nachhaltige Gewichtsabnahme sowie die langfristige Gesundheit der Patienten zu gewährleisten. Auch wenn sich die medikamentöse Behandlung von Adipositas weiterentwickelt, muss die Ernährung weiterhin im Mittelpunkt einer ganzheitlichen Patientenversorgung stehen.
Das gesamte, kürzlich veröffentlichte Whitepaper des IQVIA Consumer Health Teams finden Sie unter diese Link.
Auf den nachfolgenden Seiten haben wir außerdem wieder einzelne Produktkategorien herausgegriffen und näher für Sie analysiert sowie die Marktführer in den einzelnen Segmenten beleuchtet. Alle Marktanalysen stammen aus unserem Apothekenfeedbacksystem PIPOS (IQVIA Pharmacy Intelligence POS).
Mit besten Grüßen
Bernhard Hattinger
Supplier Relations Österreich
