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    Social Media on Obesity Germany

    Juni 2026


    Soziale Medien als Ressource für Betroffene im patientengetriebenen Adipositasmanagement

    Der Siegeszug der GLP-1-Therapien hat der bereits sehr lebhaften öffentlichen Diskussion um Übergewicht, Adipositas, und die Maßnahmen dagegen eine neue Dynamik und Relevanz verliehen. In diesem Selbstzahlermarkt treffen Patientinnen und Patienten ihre therapeutischen Entscheidungen zunehmend eigenständig. Social Media spielt dabei eine wichtige Rolle als Plattform für Austausch, Information und Orientierung. Für Deutschland haben wir diese Gespräche näher untersucht und dafür mehr als 460.000 Erwähnungen ausgewertet.

     Abbildung 1: Social Media-Nennungen zum Thema Adipositas Dec 2024 – Nov 2025

     Was Patienten über ihre Erfahrungen sagen

    Wenig überraschend dreht sich der überwiegende Teil der Kommentare um praktische Aspekte der Gewichtsabnahme und die alltäglichen Erfahrungen mit der Therapie. 

    Abbildung 2: Diskussionen zur Erfahrung mit der Adipositastherapie

    Die Betroffenen sprechen über messbare Ergebnisse, Tipps und Tricks, um die Gewichtsabnahme zu beschleunigen, und tauschen sich zu Zeitplänen, Vorher-Nachher-Vergleichen, und Strategien zum Umgang mit dem Gewichtsabnahme-Plateau, das viele nach 12 bis 15 Monaten erreichen aus. Ernährungspläne und Trainingsprogramme spielen ebenfalls eine große Rolle. Viele berichten, dass der unentwegte Food Noise unter der Therapie verstummt, was sie als willkommene Erleichterung empfinden.

    Nicht alle Erfahrungen sind positiv, und 12 Prozent der Gespräche drehen sich um Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Verstopfung. Die Patienten vergleichen Behandlungsmethoden, passen die Dosierungen an und tauschen praktische Tipps aus, um die Beschwerden zu mildern und trotzdem weiter abzunehmen. Dabei treffen viele eine mehr oder wenige stillschweigende Abwägung: kurzfristige Unannehmlichkeiten stehen den langfristigen Vorteilen einer Gewichtsabnahme gegenüber.

    Abbruch: wenn die Therapie nicht mehr aufrechterhalten werden kann

    Die Abbruchsrate bei Adipositastherapien ist hoch und entsprechend wird das Thema auch auf sozialen Median aktiv diskutiert. Dabei stehen hauptsächlich die Verträglichkeit (64%) und finanzielle Erwägungen (30%) im Vordergrund, Probleme mit der Verfügbarkeit der Medikamente oder nicht erfüllte Erwartungen an die Effizienz der Therapie spielen eine eher untergeordnete Rolle.

    Abbildung 3: Diskussionen über den Therapieabbruch

    Soziale Medien geben tiefe Einblicke in das Patientenverhalten

    Drei Erkenntnisse stechen besonders hervor:

    • Betroffene sind zunehmend gut informierte Konsumenten und Entscheider in der Adipositastherapie.
    • Soziale Medien haben sich im Bereich Adipositas zu einer relevanten Ressource für Betroffene entwickelt und erfüllen deren Bedürfnis nach Beratung, Austausch mit anderen Betroffenen, und praktischen Tipps aus dem Alltag.
    • Neben der Therapieverträglichkeit bleibt die Finanzierbarkeit eine wesentliche Hürde.

    Für Pharmaunternehmen, Kostenträger und politische Entscheidungsträger ist Social Media Listening somit unerlässlich, um die Bedürfnisse und Motivation von Patienten in der Adipositastherapie zu verstehen und in ihren Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen. 

    Quelle: The new conversation on weight: what German social media reveals about attitudes to obesity medicines

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